Ort :Breite Str. 26 17438 Wolgast
Bauherr :Alte Post Usedom GbR
Planung :Cubus
Leistungszeit :2012 - 2014
Statik :Niehues Winkler Ingenieure
BGF :2557 m²
Leistungen :Entwurfsplanung, Projektentwicklung, Ausführungsplanung, Genehmigungsplanung, Ausschreibung und Vergabe, Bauüberwachung, CI-Entwicklung, Innenarchitektur, Webprogrammierung, Webdesign

3. Platz Deutscher Tourismuspreis 2015

www.post-aus-wolgast.de

 

Die Gebäude der ehemaligen Wolgaster Post von 1884 und des Fernsprechamts aus der DDR-Zeit befinden sich in der Wolgaster Innenstadt, etwa 5 Autominuten von der Insel Usedom entfernt. Nach Ende des Postbetriebs 2006 und Leerstand ist hier ein einzigartiges Themen-Hostel mit Sport- und Wellnessbereich,sowie Räumen für Tagungen und Musikproben entstanden. Die ursprüngliche Funktion der Post ist dabei prägend für das Architektur- und Interiorkonzept des neuen „Postels“:

In der ehemaligen Schalterhalle im Erdgeschoss erinnert der eigens entworfene Rezeptionstresen in Form und Farbe an eine Telefonzelle. Inmitten des sich anschließenden, großzügigen Loungebereichs mit Küche findet sich eine solche originale Telefonkabine; zeitgemäß kann dort kann mit einem Tablet-PC über das Internet telefoniert werden.
Die „Kesselbar“ im Untergeschoss nutzt die ehemaligen Kohleheizkessel mit ihrer rostigen Patina als Bartresen, integriert alte Pumpen und Rohrleitungen in ihre Gestaltung, und spielt mit dem atmosphärischem Charme des Industriellen.
Der Gewölbekeller greift in seinem neuen Wellnessbereich das Thema der „Rohrpost“ auf: alte Rohrleitungen dienen jetzt als Pflanzgefäße und Handtuchhaken.
Fotografien, Zeichnungen und originale Utensilien aus der Zeit der Rohrpostanlagen lassen die Besucher des Postels in die historische Epoche der Postkommunikation eintauchen, als Briefe und Pakete noch mit der Rohrpost versendet wurden.

Das Obergeschoss der Post, die „Briefsammelstelle“ ist die eigentliche Übernachtungsebene. Hier markieren Briefkästen die Eingänge zu 11 individuell gestalteten Zimmern: Vor jedem hängt eine einst tatsächlich versendete Postkarte, deren Adressat als Themengeber für das Zimmer fungiert. So befindet sich hier beispielsweise ein „Oma-Zimmer“, ein „Spion-Zimmer“ oder ein „Hausbesetzer-Zimmer“. Eine stimmige Zusammensetzung aus Vintage- und Warenhausmöbeln, ausgefallenen Tapeten und passenden Accessoires schafft eine individuelle Atmosphäre in jedem Raum.

Auf dem „Schaltplatz“ im ehemaligen Fernsprechamt kann nun Indoorsoccer gespielt werden, und der „Knotenort“ kann als Mehrzweckraum sowohl für Sport als auch für Veranstaltungen genutzt werden.


Die „Luftpost“, das ausgebaute Dachgeschoss, beherbergt eine großzügige Ferienwohnung. Sie besticht durch viel sichtbares Holz des originalen Dachstuhls, naturbelassene Vollholzdielen, helle Wände und Dachfensterflächen zu allen Himmels-richtungen. Die zehn durch Trockenbauwände abgeteilten Zimmer sind durch Dachfenster belichtet. Die verwendeten Farben orientieren sich an den Farben der Luftpostbriefe – rot, hellblau und dunkelblau.
Im Gemeinschaftsraum und den Fluren geben Luftbilder unterschiedlicher Städte und ferner Länder Ausblicke auf die Welt aus der Brieftaubenperspektive.
Das Dachgeschoss des Fernsprechamts wurde zur „Studiotechnik“ ausgebaut. Ein Raum für Musikproben und Chöre, ausgestattet mit einem Flügel. Er präsentiert sich mit einem hellen textilen Fußbodenbelag, sichtbarer Dachkonstruktion, indirekter Beleuchtung und guter Akustik.